Tierärztliche Gemeinschaftspraxis

Dr. Beck & Dr. von Kropff

     
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Die Kastration

Als Kastration bezeichnet man die Entfernung der Keimdrüsen beim weiblichen und männlichen Tier. Bein weiblichen Tier werden beide Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. Beim männlichen Tier die Hoden. Eine Sterilisation bezeichnet die Unfruchtbarmachung durch Abbinden der Eileiter bzw. der Samenleiter. Dies wird im Allgemeinen in der Tiermedizin nicht durchgeführt.

 

Kastration der Hündin

Eine Hündin wird ca. alle 6-8 Monate läufig. Sie hat während der ca. 3 Wochen andauernden Läufigkeit blutigen Scheidenausfluss und ist sehr attraktiv für Rüden. Häufig ist ihr Geruch auch für uns sehr intensiv. Dies alles verschwindet mit der Kastration.

Gründe für die Kastration:

1.Verhinderung von Gesäugetumoren (Brustkrebs):
Eine Hündin, die vor der ersten Läufigkeit kastriert wird, hat eine Wahrscheinlich von nahezu 100 % nicht an Gesäugetumoren zu erkranken. Nach der ersten Läufigkeit sinkt die Wahrscheinlichkeit auf 93 %, nach der zweiten Läufigkeit auf 75 %. Das heißt, eine Hündin, die nach der zweiten Läufigkeit kastriert wird hat ein Risiko von 25 % an Gesäugetumoren zu erkranken. Eine frühe Kastration kann also eine häufig sehr schwierige und potenziell tödliche Form von Krebs verhindern.

2. Verhinderung einer Pyometra (Gebärmuttervereiterung):
Eine Pyometra ist eine lebensbedrohliche Infektion der Gebärmutter, die meist bei mittelalten bis alten Hündinnen ca. 6-8 Wochen nach der Läufigkeit auftritt. Anzeichen einer Pyometra sind u.a. exzessiver Durst, Apathie, Lethargie, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Vaginaler Ausfluss ist nicht immer zu sehen, da es auch eine geschlossene Form der Pyometra gibt.

Mögliche Nebenwirkungen der Kastration:

Es besteht die Möglichkeit, dass eine kastrierte Hündin im hohen Alter eher eine Blasenschwäche entwickeln wird als eine nicht kastrierte Hündin. Diese wäre jedoch mit einer regelmäßigen Tablettengabe gut zu behandeln.
Der tägliche Energiebedarf einer kastrierten Hündin sinkt um etwa 30 %. Das heißt, dass eine Hündin nach der Kastration ein Drittel weniger Futter braucht als vorher. Darauf ist unbedingt zu achten, um Übergewicht zu vermeiden.

 

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Kastration des Rüden

Ein Rüde wird mit 6-9 Monaten geschlechtsreif. Rüden, bei denen sich ein oder beide Hoden noch im Bauchraum oder im Leistenkanal befinden bezeichnet man als Kryptorchiden. Diese Rüden sollten auf jeden Fall kastriert werden, da die Wahrscheinlichkeit der tumorösen Entartung der nicht abgestiegenen Hoden sehr hoch ist.

Gründe für die Kastration:

1. Verminderung der Aggressivität gegenüber anderen unkastrierten Rüden:
Ein Rüde, der ein auffällig aggressives Verhalten gegenüber anderen unkastrierten Rüden zeigt, wird durch eine Kastration diesbezüglich gleichgültiger.

2. Kein Interesse an läufigen Hündinnen:
Viele Rüden reagieren sehr intensiv auf läufige Hündinnen. Das heißt, sie reagieren kaum noch auf Abruf, zerren an der Leine, sind sehr nervös, was zu vermindertem Appetit führen kann oder sie zeigen Erbrechen und/oder Durchfall, weil sie durch das ständige Auflecken der Spur auch „Unrat“ mit aufnehmen. Diese Verhaltensweisen verschwinden durch die Kastration.

3. Verhinderung der Prostatahypertrophie:
Bei älteren Rüden kann es zu einer meist gutartigen Vergrößerung der Prostata kommen. Klinische Anzeichen sind blutiger Urin und Probleme beim Kotabsatz.

4. Verhinderung des Präputialkatarrhs:
Als Präputialkatarrh bezeichnet man eine Entzündung des Präputiums. Am Penis ist dann ein eitriges Sekret sichtbar und der Penis wird häufiger beleckt.

5. Verhinderung von Perianaltumoren:
Tumoren rund um den After sind meist hormonell bedingt und durch eine Kastration zu verhindern.

 

Mögliche Nebenwirkungen der Kastration:

Der tägliche Energiebedarf eines kastrierten Rüden sinkt um etwa 30 %. Das heißt, dass ein Rüde nach der Kastration ein Drittel weniger Futter braucht als vorher. Darauf ist unbedingt zu achten, um Übergewicht zu vermeiden. Bei einigen Rassen kann es in einigen Fällen nach der Kastration zu Fellveränderungen kommen. Sie bekommen dann wieder so eine Art Welpenfell.

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Kastration von Katzen 

Katzen werden mit ca. 5-6 Monaten geschlechtsreif. Weibliche Katzen werden zwischen Februar und November alle 3 Wochen rollig. Eine Rolligkeit dauert etwa 5 Tage.

Es gibt in Deutschland eine unvorstellbare Anzahl an herrenlosen Katzen, die auf der Straße leben und um die sich Tierschutzvereine und Tierheime kümmern. Aber auch viele Katzen können nicht betreut werden und leben unter elenden Bedingungen und werden meist nur ein paar Jahre alt. Ein unkastriertes Pärchen kann in 10 Jahren rein rechnerisch bis zu 80 Millionen Nachkommen produzieren. Es ist also aktiver Tierschutz seine Katze kastrieren zu lassen.

Gründe für die Kastration von Katern:

Unkastrierte Kater markieren ihr Revier mit sehr übelriechendem Urin (auch in der Wohnung), sie sind sehr häufig in Kämpfe verwickelt und sie sind oft tagelang unterwegs. Sie sind extrem häufig verletzt, haben eitrige Abszesse nach Beißereien und die Gefahr sich mit nicht heilbaren Krankheiten wie Leukose oder FIV (=Katzenaids) anzustecken ist deutlich höher.

Gründe für die Kastration von Katzen:

Katzen, die nicht gedeckt werden können dauerrollig werden. Das heißt, die Katze ist ununterbrochen rollig. Dies kann gesundheitliche Schäden hervorrufen. Es gibt keinen wissenschaftlich belegbaren Grund dafür, dass Katzen einmal Welpen gehabt haben sollen, bevor sie kastriert werden.

Mögliche Nebenwirkungen der Kastration:

Nach einer Kastration sinkt der tägliche Energiebedarf um etwa 30 %. Dass heißt, eine kastrierte Katze oder Kater benötigt ein Drittel weniger Futter. Darauf ist unbedingt zu achten, um Übergewicht zu vermeiden.

 

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